Die Internationale Raumstation ist eines der größten internationalen Projekte nichtmilitärischer Art: 15 Länder haben sich 1998 vereinbart, sich am Bau der Station zu beteiligen, darunter auch Russland und die USA. Die beiden ehemaligen Konkurrenten im Weltraum haben für die ISS den Schulterschluss geübt und führen das Projekt gemeinsam. Unter dem Dach der Europäischen Raumfahrtagentur ESA beteiligt sich auch Deutschland am Bau der ISS - mit dem Bau des Moduls "Columbus", das allerdings einer der letzten Bausteine im All sein wird.
Die ISS ist aber nicht nur eines der größten internationalen Projekte der Erde und ein Meilenstein der Raumfahrt, sie ist auch auf bestem Wege, einen Kostenrekord aufzustellen: Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich inzwischen auf fast 200 Milliarden Mark. Den größten Teil der Baukosten tragen die USA mit 70-90 Milliarden Dollar; zweitgrößter Investor ist Russland mit Bauteilen im Wert von etwa 10 Milliarden Dollar. Die schlechte russische Wirtschaftslage hat die russische Beteiligung allerdings zu einem ernsthaften Risikofaktor für das Projekt werden lassen. Wegen russischer Finanzierungsschwierigkeiten liegt der Bau der ISS bereits um fast zwei Jahre hinter dem vorgesehenen Zeitplan. Derartige Verzögerungen deckt die ursprüngliche Kostenkalkulation nicht ab.